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Kunst im öffentlichen Raum




Öffentliche Kunst im 21. Jahrhundert ist weit mehr als uninspiriertes Betongewichse. Vielmehr integriert sie die Bevölkerung, macht die Flaneure und Hetzgurken der Großstadt zu Teilen eines dynamischen Ensembles. Bestes Beispiel ist die Installation „Ein Haus für Goethe“ von Eduardo Chillida. In der Frankfurter Taunusanlage, gleich unterhalb von Manufactum, steht seit 1986 eine begehbare Skulptur, die der baskische Bildhauer ursprünglich aus Eisen anfertigen wollte, bis die Stadt erklärte, daß ihr das zu teuer würde. So entschied er sich für das Medium Beton, dessen nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten Chilida bei diesem Werk fast vollständig ungenutzt ließ. Die 3 x 6 x 8 Meter große monumentale Mini-Skulptur ist nach vorne und oben offen, symbolisch für die offene Gesellschaft bzw. den Arsch. Zwei Flächen werden durch einen Bogen verbunden, stellvertretend für jenen Bogen, den jeder geschmackssichere Mensch um diese Scheußlichkeit machen sollte.

„Goethe“ (im Bild links) kann tagsüber ganztägig und abends nach Vereinbarung besucht werden. Die Leute von der nur 50 Meter Luftlinie entfernten Zentrale der Deutschen Bank geben ihm manchmal große Bündel Altgeld, damit er in kühleren Nächten etwas zum Verfeuern hat. Erwachsene zahlen pro Besuch 2 Euro, Kinder einen hohen Preis.

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Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
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Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T