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Kunst im öffentlichen Raum (3)

In Zeiten von Photoshop, Instagram und Kai's Power Goo begegnet die Öffentlichkeit den Erzeugnissen der Photographie zu Recht mit Skepsis. Trickser, Täuscher, Hasardeure haben es auf den Gutgläubigen abgesehen; und selten sind die Bilder geworden, welche Lebenslust und gute Laune mehren und steigern. So setzt ein kleiner Handwerksmeister aus Dietzenbach dem Trend zur werberisch-manipulativen Bildbearbeitung ein entschiedenes Ende. Alle drei Sprinterfotos stellen exakt das dar, was sie zeigen sollen, nicht mehr, nicht weniger; sie sind so real, daß es wehtut. Zum brutalen Naturalismus der Bildgebung tritt als Kontrapunkt der zärtliche Lyrismus der Betextung – gelang es Herrn Adicon doch, mit "Fugenbandklemmkonstruktion", "Reaktionsharzverpressung" und den "Werten" die drei allerschönsten Wörter der deutschen Sprache auf nur einer Fläche zu vereinigen! Die Jury bemängelt lediglich, daß die Werte nicht auch noch illustriert wurden und auf diese Weise – Bundespräsident Gaucks Rede dazu ist uns allen noch schmerzhaft im Ohr – nolensvolens zurückgesetzt werden. Sind Werte etwa weniger wert als eine gelungene Fugenbandklemmkonstruktion? Wenn wir nach Hause kommen und merken, daß die Aufrichtigkeit tropft, die Gerechtigkeit wackelt oder die Pünktlichkeit Schluckauf hat – dann wollen wir von einem Werteinstallateur bedient werden, der seinen Leistungskatalog noch stolz auf seinem Minibus zur Schau stellt. Andernfalls haben die Terroristen schon gewonnen.

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Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T