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Kunst im öffentlichen Raum (4)



Gibt es eine Schönheit, die nicht von kulturindustriellen Zwängen einerseits, von patriarchalischen Machtstrukturen andererseits überformt wird? Vielleicht wird man ihrer habhaft dort, wo die Kosmetikindustrie der Superreichen proletarisch reinterpretiert, dekodiert, vonmiraus auch defloriert wird – im „Interstitiellen“ (Kristeva), in den Zwischenräumen, in den Falten, Krähenfüßen, Schlupflidern, Besenreisern und scheußlich aufgequollenen Hexenwarzen des Diskurses?

Diese beiden Frauen haben die Antwort auf Schönheitskult und Jugendwahn gefunden – indem sie sie schuldig bleiben. Man weiß nicht, ob sie die Kosmetikerinnen, die Kundinnen vor oder die Kundinnen nach der Behandlung darstellen sollen; ob sie Bestätigung, Abweichung oder abschreckendes Gegenteil eines fraulichen Idealbilds sind, das sie somit zugleich dekonstruieren. Alle Varianten, sogar Kombinationen davon sind denkbar; ebenso wie die Möglichkeit, daß hier eine wirklich hochpotente und wundermächtige Fruchtsäure ein ganz und gar beeindruckendes Vorher-Nacher geleistet hat, wir hier also dieselbe Frau sehen, der das Peeling gleich auch Brille, Bluse und Unterbiß zusammen mit dem Bildkontrast weggeätzt hat.

Die Jury lobt auch die seltsam lovecraftsche, venusfliegenfallenhafte Pflanzenkreatur im Hintergrund, deren von dämonischen Ranken besetztes Maul gleichzeitig das lindernd-fruchtige, die Falten irgendwie wegfressende Heilsversprechen der Säure wie auch das Freudsche Schreckbild der vagina dentata evoziert und so noch einmal ein Dings, na, irgendwas halt zum Ausdruck bringt, gehen Sie halt mal selber hin, soll gut sein da.

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Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T