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Die Schönheit unserer Germanisten (2)

Schon seit Jahren sammle ich mit milder Leidenschaft schöne Germanistennamen - Walter Fanta und Clemens Pornschlegel sind nur die schönsten Stücke meines Archivs. Wichtigstes Kriterium: der innere Lyrismus. Es muß sich gewissermaßen eine ganze Poetik aus dem Namen herleiten lassen - so etwa das Sprudelnd-Fruchtige, auch leicht Süßliche der Fantastik; der lasziv zwischen Schlegelromantik und Pornosex irrlichternde Eros des Clemens. Aber nun zu meinen Neuerwerbungen.

Da wäre erstens: York-Gothart Mix. Ich imaginiere einerseits knarrende Holzdielen, schwere Vorhänge, Kaminfeuer, wie es der altväterlich-gediegene Vornamen-Mix nicht anders gestattet. Und ebenso selbstverständlich ergibt sich, daß Mix sich vor allem in der Almanach- und Kalenderforschung einen Namen gemacht hat und bei sich zu Hause, neben ewigen und wiederkehrenden Kalendern, sicher allerhand Sonnen-, Wasser- und Blumenuhren, Sextanten und Astrolabien aufbewahrt. Andererseits der Mix! Dieser freche Lausbub von einem Nachnamen! Er wirft kleine Kieselsteine durchs Fenster ins Astrolabium und bringt die schöne Kalenderordnung mutwillig durcheinander. Chaotischer und pedantischer Irrsinn, in einer bemerkenswerten Forscherpersönlichkeit vereint. You get your kicks from Gotthart Mix!


Hingegen: Wiebke Porombka! Ein herrlicher Rhythmus hüpft durch diesen Namen, schwingt gleichsam walzerhaft über die beiden Nasal-Labial-Hügel, die sich inmitten der Zwillingslandschaft von Vor- und Nachnamen erheben. Ich kann mir keine Tätigkeit vorstellen, bei der Wiebke Porombka nicht leise vor sich hinsummt - einfach, weil ihr der eigene Name so viel Freude macht. Er klingt wie für ein lustiges und sehr erfolgreiches Kinderbuch erfunden: "In einer Hütte im Wald lebte eine weise Frau, die nur als die alte Wiebke Porombka bekannt war." Oder, noch schöner, für einen Kinderreim! "Wiebke Porombka, komm doch zu mir! / Einen Dukaten schenke ich dir. / Greifst du in meine Hand / schling ich um dich mein Band. / Wiebke Porombka, tanze mit mir!" Heißa Kathreina bzw. Porombka!

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Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T