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Die Schönheit unserer Germanisten (3)

Wieder einmal wird es Zeit, die Schönheit jener Menschen zu loben, die selbst täglich Schönheit in die Welt tragen. Und mit Schönheit meine ich natürlich: sprachliche Schönheit, denn für seine Gene kann man nichts. Für den eigenen Namen streng genommen zwar auch nicht, aber für die Laufbahn, die diesen Namen akzentuiert bzw. zum retrograden Menetekel respektive umgekehrten Nomenomen macht, kann man sehr wohl etwas, und deshalb seien auch heute wieder zwei besonders schön getaufte Wortmetze beschrieben und gelobt.

In der letzten Folge rochen wir bei York-Gothart Mix Bohnerwachs und hüpften mit Wiebke Porombka durch den Märchenwald. Diesmal geht es strack oder wenigstens stracks ins 18. Jahrhundert. Revolution, Sturm und Drang, Kunst und Krieg! Herder disst den jungen Goethe, Schiller schummelt beim Kartenspielen, und Lenz dreht langsam aber sicher am Rad. Mittendrin aber die mäßigende Kraft, der funkelnde Riesendiamant in der Literarbrandung, die alle Streithähne stets wieder in ihrem Boudoir zusammenführende Salonlöwin: Constanze von Bullion! Seit die Süddeutsche-Reporterin durch eine Subraumanomalie in die Geniezeit geworfen wurde, geht es ihr deutlich besser als im geniearmen Berlin des Merkelregimes, wo sie Joachim Gauck gutfinden und auch sonst allerlei Widrigkeiten erdulden muß. Viele buhlen um die Gunst „der Bullion“, am stärksten aber der Lyriker Eberhard Friedrich Hühner, der, ohnerachtet der onomastischen Kalamitäten, in die eine solche Liaison [wird nicht fortgesetzt]

Warum David Hugendick bei den eigentlich als humorlos verschrienen US-Einreisekontrolleuren stets gern gesehener und mit großem „Hello“ begrüßter Gast ist, gehört zu den vielen Geheimnissen des mysteriösen Zeit-Kulturmannes, ebenso wie seine Beziehung zum ehedem marktbeherrschenden Hugenberg-Konzern (dem heutigen Hugendubel): ein Ruch des Nationalismus, der diesem Namen eingeschrieben ist wie Bohlen der Halbach, auf immerdar. Dennoch weckt sein Name nicht nur unangenehme oder lustige Assoziationen. Viele, die ihn zum ersten Mal hören, sind zunächst an die Milka-Werbung der 90er erinnert, wo der eine Opa zu dem kleinen Mädchen schon einigermaßen Frivoles, wörtlich aber folgendes sagt: „Daumendick ist die! Die ist sogar so dick, daß ganze Haselnüsse hineinpassen.“ Hugendick ist hingegen ausweislich seiner Fotos überhaupt nicht dick, und gegen Haselnüsse ist er allergisch [Gegenrecherche steht aus]. Hugendick findet Markus Lanz gut und Internetmeuten schlecht, eine Meinung, für die ihm Respekt, ja Hochachtung gebührt.

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Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Leseprobe: "Waschmaschinen über Prag"

Seit Juni letzten Jahres verfasse ich zusammen mit dem fabelhaften Benjamin Weissinger einen komischen Roman: "Waschmaschinen über Prag", ein Kolossalgemälde des aktuellen Uni- und Jungmenschenmilieus. Ein Riesenspaß, mit dem wir allerdings auch Geld verdienen wollen - wir schreiben hinter einer Paywall bei Patreon. War der Roman ursprünglich dafür gedacht, Leute zu werben, die unseren verkrachten Künstlerexistenzen unter die Arme greifen möchten, ist das Ganze jetzt mehr und mehr ausgeufert; wir denken schon darüber nach, ein Wiki anzulegen. Irgendwann soll das Ganze vielleicht sogar in Druck gehen.

Neue Folgen erscheinen zweimal wöchentlich, jeweils freitags bei Benjamin und montags bei mir. Wenn Euch die Leseprobe gefällt, würden wir uns freuen, wenn Ihr uns unterstützt. Auf unseren Patreon-Seiten gibt es außerdem jede Menge anderen amüsanten Unfug, Vorab-Previews, Hinterher-Reviews und ungeschönte Einblicke in die Schmuddelwerkstatt zweier zerfahrener Gestalten.

Wer nicht …
Heinrich Wefing schreibt in der "Zeit":

"Überall in Europa steht der Rechtsstaat unter Druck. Rechte und linke Populisten untergraben seine Fundamente: die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Justiz, die Menschenrechte. Wer sie nicht verteidigt, hilft den Autokraten."

Jaja, wenn eines uns Sorgen machen muß, dann die zahlreichen linken Regime in Europa, von denen das gefährlichste das einer deutschen Linkspartei ist, die regelmäßig sogar Platz vier oder fünf bei Wahlen erreicht. Ihre Vorhaben sind mindestens mit denen Orbáns vergleichbar: jener will gleich die Justiz abschaffen, diese immerhin das Busticket - beides Fundamente unseres Rechtsstaats!

Daß aber einer inmitten eines europaweiten Rechtsrucks den Himmel noch immer voller Hufeisen hängen haben kann, dafür bedarf es wahrscheinlich des kuschelweichen Kokons eines deutschen Qualitätsfeuilletons...