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Die deutsche Sprache mag reich sein, die deutsche Klischeelandschaft hingegen, die ist noch völlig unterentwickelt, zum Nachteil und Verdruß aller Kommentier-, Debatten- und Humorhengste. Zum Beispiel gibt es keinerlei gute Klischees über Gewerkschaftler. Nein, Herrgott, Klischees! Keine blassen Assoziationen von wegen dick und Trillerpfeife! Aus historisch übrigens hochinteressanten Gründen werden etwa in Amerika Gewerkschaftler automatisch mit der Mafia assoziiert. Was für ein dankbares, hochergiebiges Klischee, ohne Gleich' im Deutschen! Eine noch zu gründende „Stiftung Deutsches Klischee“ wäre gehalten, solch blinde Flecken auf der Netzhaut unserer Vorurteile zu erkennen und durch gezielte Förderung entschlossen wegzulasern. Für Gewerkschaftler möchte ich einstweilen vorschlagen, sie alle, ähnlich den katholischen Priestern, als heimlich schokosüchtig hinzustellen. Nichts bezwingender als die Vorstellung des herrlich purpurfarbenen, strohblonden DGB-Chefs Hoffmann, wie er nächtens, erleuchtet nur vom rötlichen Schein des eigenen Gesichts, im Hemd zum Kühlschrank tapert, um dort mit lautem Geschmatz und Geseufz' Mousse au chocolat zu löffeln, Becherl um Becherl. Mag sein, es handelt sich um kein sonderlich griffiges Klischee. Aber wenn es sich erst mal durchgesetzt hat, werden Sie den Unterschied kaum spüren. Probieren Sie's gleich mal aus. Nur Mut!

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Leseprobe: "Waschmaschinen über Prag"

Seit Juni letzten Jahres verfasse ich zusammen mit dem fabelhaften Benjamin Weissinger einen komischen Roman: "Waschmaschinen über Prag", ein Kolossalgemälde des aktuellen Uni- und Jungmenschenmilieus. Ein Riesenspaß, mit dem wir allerdings auch Geld verdienen wollen - wir schreiben hinter einer Paywall bei Patreon. War der Roman ursprünglich dafür gedacht, Leute zu werben, die unseren verkrachten Künstlerexistenzen unter die Arme greifen möchten, ist das Ganze jetzt mehr und mehr ausgeufert; wir denken schon darüber nach, ein Wiki anzulegen. Irgendwann soll das Ganze vielleicht sogar in Druck gehen.

Neue Folgen erscheinen zweimal wöchentlich, jeweils freitags bei Benjamin und montags bei mir. Wenn Euch die Leseprobe gefällt, würden wir uns freuen, wenn Ihr uns unterstützt. Auf unseren Patreon-Seiten gibt es außerdem jede Menge anderen amüsanten Unfug, Vorab-Previews, Hinterher-Reviews und ungeschönte Einblicke in die Schmuddelwerkstatt zweier zerfahrener Gestalten.

Wer nicht …
Heinrich Wefing schreibt in der "Zeit":

"Überall in Europa steht der Rechtsstaat unter Druck. Rechte und linke Populisten untergraben seine Fundamente: die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Justiz, die Menschenrechte. Wer sie nicht verteidigt, hilft den Autokraten."

Jaja, wenn eines uns Sorgen machen muß, dann die zahlreichen linken Regime in Europa, von denen das gefährlichste das einer deutschen Linkspartei ist, die regelmäßig sogar Platz vier oder fünf bei Wahlen erreicht. Ihre Vorhaben sind mindestens mit denen Orbáns vergleichbar: jener will gleich die Justiz abschaffen, diese immerhin das Busticket - beides Fundamente unseres Rechtsstaats!

Daß aber einer inmitten eines europaweiten Rechtsrucks den Himmel noch immer voller Hufeisen hängen haben kann, dafür bedarf es wahrscheinlich des kuschelweichen Kokons eines deutschen Qualitätsfeuilletons...
Fitness-Armbänder sind die Freundschaftsbändchen der 10er Jahre.