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Analogerotik

Dialog im Zug. Zwei Arbeitskolleginnen, die eine Typ schwäbische Realschullehrerin, die andere russische Oligarchin.
"Kannscht du dich hier ins Netz ei'logge?" fragte die Biederfrau.
"Nein", rollte die Oligarchin, tiger- oder taigagleich, sinnlich-mysteriös, ja fast aufreizend, und doch von kühler Entschlossenheit, "für das, was ich gleich vorhabe, brrrauche ich kein Internet."

Ich weiß nicht warum, aber dieser Satz jagte mir noch eine halbe Stunde lang wohlige Schauer das Rückenmark entlang. War es die Assoziation mit russischen Geheimagenten, mit mir unbekannten, aber um so gefährlicheren Spezialtechnologien? War es meine Unfähigkeit, mir so etwas wie Leben außerhalb des Internets überhaupt nur vorzustellen? War es die Reminiszenz an den Horrorklassiker "Event Horizon" ("Wo wir hingehen, brauchen wir keine Augen")? Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, ab sofort jeden Tag mindestens eine Stunde lang das Internet auszumachen. Ich bin sehr gespannt, was passiert.

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Leseprobe: "Waschmaschinen über Prag"

Seit Juni letzten Jahres verfasse ich zusammen mit dem fabelhaften Benjamin Weissinger einen komischen Roman: "Waschmaschinen über Prag", ein Kolossalgemälde des aktuellen Uni- und Jungmenschenmilieus. Ein Riesenspaß, mit dem wir allerdings auch Geld verdienen wollen - wir schreiben hinter einer Paywall bei Patreon. War der Roman ursprünglich dafür gedacht, Leute zu werben, die unseren verkrachten Künstlerexistenzen unter die Arme greifen möchten, ist das Ganze jetzt mehr und mehr ausgeufert; wir denken schon darüber nach, ein Wiki anzulegen. Irgendwann soll das Ganze vielleicht sogar in Druck gehen.

Neue Folgen erscheinen zweimal wöchentlich, jeweils freitags bei Benjamin und montags bei mir. Wenn Euch die Leseprobe gefällt, würden wir uns freuen, wenn Ihr uns unterstützt. Auf unseren Patreon-Seiten gibt es außerdem jede Menge anderen amüsanten Unfug, Vorab-Previews, Hinterher-Reviews und ungeschönte Einblicke in die Schmuddelwerkstatt zweier zerfahrener Gestalten.

Wer nicht …
Heinrich Wefing schreibt in der "Zeit":

"Überall in Europa steht der Rechtsstaat unter Druck. Rechte und linke Populisten untergraben seine Fundamente: die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Justiz, die Menschenrechte. Wer sie nicht verteidigt, hilft den Autokraten."

Jaja, wenn eines uns Sorgen machen muß, dann die zahlreichen linken Regime in Europa, von denen das gefährlichste das einer deutschen Linkspartei ist, die regelmäßig sogar Platz vier oder fünf bei Wahlen erreicht. Ihre Vorhaben sind mindestens mit denen Orbáns vergleichbar: jener will gleich die Justiz abschaffen, diese immerhin das Busticket - beides Fundamente unseres Rechtsstaats!

Daß aber einer inmitten eines europaweiten Rechtsrucks den Himmel noch immer voller Hufeisen hängen haben kann, dafür bedarf es wahrscheinlich des kuschelweichen Kokons eines deutschen Qualitätsfeuilletons...
Fitness-Armbänder sind die Freundschaftsbändchen der 10er Jahre.