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Ein Studium sollte v.a. einen Rahmen bieten
Filipp Piatovs Welt-Artikel, in dem er sich selbst zu seiner Studienwahl gratuliert, hat bei mir schon eine mittelschwere Deprimation ausgelöst. Stolz aufs bedingungs- und widerstandslose Funktionieren, von keinem Gedanken getrübtes Nachplappern des allgegenwärtigen Leistungs- und Untertanensprechs, dazu noch der Schmalz vom armen Russenbuben, der von gütigen Deutschen hochgepäppelt wurde - es ist schon alles ein rechter Graus. Als ich 2001 zu studieren begann, gab es diesen Typus Studenten auch, aber da konnte man ja noch ernsthaft der Illusion nachhängen, man hätte eine Chance, der große Crash kam ja erst noch. Heute, da man objektiv keine mehr hat, wirkt diese diensteifrige PR fürs Bestehende noch einen Zacken verblendeter, ja schon fast klinisch verrückt.

Nebenbei: Man muß sich ernsthaft fragen, wer jetzt, nach der Krise, überhaupt auf die Idee kommt, v.a. Finanzen studieren zu wollen. Es müssen die gräßlichsten Menschen auf der Welt sein.

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Leseprobe: "Waschmaschinen über Prag"

Seit Juni letzten Jahres verfasse ich zusammen mit dem fabelhaften Benjamin Weissinger einen komischen Roman: "Waschmaschinen über Prag", ein Kolossalgemälde des aktuellen Uni- und Jungmenschenmilieus. Ein Riesenspaß, mit dem wir allerdings auch Geld verdienen wollen - wir schreiben hinter einer Paywall bei Patreon. War der Roman ursprünglich dafür gedacht, Leute zu werben, die unseren verkrachten Künstlerexistenzen unter die Arme greifen möchten, ist das Ganze jetzt mehr und mehr ausgeufert; wir denken schon darüber nach, ein Wiki anzulegen. Irgendwann soll das Ganze vielleicht sogar in Druck gehen.

Neue Folgen erscheinen zweimal wöchentlich, jeweils freitags bei Benjamin und montags bei mir. Wenn Euch die Leseprobe gefällt, würden wir uns freuen, wenn Ihr uns unterstützt. Auf unseren Patreon-Seiten gibt es außerdem jede Menge anderen amüsanten Unfug, Vorab-Previews, Hinterher-Reviews und ungeschönte Einblicke in die Schmuddelwerkstatt zweier zerfahrener Gestalten.

Wer nicht …
Heinrich Wefing schreibt in der "Zeit":

"Überall in Europa steht der Rechtsstaat unter Druck. Rechte und linke Populisten untergraben seine Fundamente: die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Justiz, die Menschenrechte. Wer sie nicht verteidigt, hilft den Autokraten."

Jaja, wenn eines uns Sorgen machen muß, dann die zahlreichen linken Regime in Europa, von denen das gefährlichste das einer deutschen Linkspartei ist, die regelmäßig sogar Platz vier oder fünf bei Wahlen erreicht. Ihre Vorhaben sind mindestens mit denen Orbáns vergleichbar: jener will gleich die Justiz abschaffen, diese immerhin das Busticket - beides Fundamente unseres Rechtsstaats!

Daß aber einer inmitten eines europaweiten Rechtsrucks den Himmel noch immer voller Hufeisen hängen haben kann, dafür bedarf es wahrscheinlich des kuschelweichen Kokons eines deutschen Qualitätsfeuilletons...
Fitness-Armbänder sind die Freundschaftsbändchen der 10er Jahre.