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Zweiter Frühling

In letzter Zeit ist mir so seltsam pubertär zumute. Es fällt mir schwer, meine Gedanken zu ordnen, gleichzeitig scheint die Welt ganz eindeutig gegen mich gerichtet. Lauter merkwürdige, nie gekannte Sehnsüchte, fast ohne jeden Gegenstand und doch heiß brennend, beanspruchen meinen Geist, etwa nach braunen Halbschuhen, Städtereisen oder einer Muskatreibe. Auch in meinem Körper ist was los; die Organe scheinen in Bewegung, willens, sich auf gänzlich neue Funktionen und Belastungen einzupendeln. Mein Sehsinn wird schwächer, während der Gleichgewichtssinn immer empfindlicher ausschlägt: Ich spüre die Erdanziehungskraft jetzt sehr viel stärker als früher. Und wie ich mich frage, auf welchen neuen Lebensabschnitt sich hier alles zu- und hinbewegt, worauf dieser neuerliche Gestaltwandel hinzielt, fällt mir wieder ein, daß ich ja Mitte dreißig bin und sich der Körper folgerichtig ganz auf den Tod und die Erdwerdung vorbereitet, jaja...

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Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T