Direkt zum Hauptbereich

Der Anzug

Mit einer Freundin spazierte ich neulich durch die Boutiquen, einen feinen schwarzen Anzug wollt' ich kaufen. Im sogenannten Hochpreissegment wurde mir beschieden, daß ich eine Art Patchwork-Kreatur sei: zwei unterschiedlich lange Beine, zu schmale Hüften (!) bei zu breiten Schultern mit zudem gegenläufiger Chiralität, zudem Buckel, Bocksbeine und Schwefelgeruch - da käme leiderleider nur der sogenannte "Baukasten" in Frage, oder aufwendige Schneiderarbeiten. Drei dieser Herrenausstatter mühten sich an mir verwachsener Klumpkreaur ab, dann lief ich tränenüberströmt in den C&A, wo mir auf Anhieb der erste Anzug paßte. Wie erklärt sich nun wieder das? Bin ich qua Knochenwuchs dazu verdammt, mich trotz Geld wie die Mittelschicht anzuziehen? Gilt also schon eine Art Eugenik für die oberen Klassen? Oder muß ich mich für die Frühjahrsmode gar operieren lassen, Hormone nehmen? Wer weiß Rat?

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*
Mit den sog. Drogen verbindet mich praktisch nichts. Nie ein Bedürfnis gehabt, nie sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Wenn mich Freunde zum Konsum überredeten, lief es meist darauf hinaus, daß wir gemeinsam auf dem Sofa saßen und auf die Wirkung warteten, während ich eigentlich nur ins Internet wollte. Wenn die Wirkung dann endlich eintrat, mußte ich geduldig Gesichtsprickeln, Gedankenwirrsal und den Anblick meiner peinlich entrückten Freunde über mich ergehen lassen; das Bedürfnis nach Internet in dieser Zeit wurde dadurch nur stärker, geradezu quälend. Große Erleichterung, wenn Freund und Rausch dann fort waren und ENDLICH WIEDER INTERNE T