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Nach Hamburg

Neuerdings gibt es in der Physik ja eine speziell deutsche Raumzeit, in der fast jeder Ort im Land zugleich auch einen Zeitraum bzw. eine Epoche markiert: "nach Hamburg", "nach Köln", "nach Duisburg", "nach Clausnitz". Nachdem an einem solchen Ort etwas Schreckliches geschehen ist, wird er quasi in der Zeit eingefroren, für immer in den Moment nach der Katastrophe gebannt. Auf diese Weise werden Zeitreisen möglich:  Wer nach Hamburg noch nach Hamburg fährt, kann effektiv in die Vergangenheit reisen! Leider nur immer in die Zeit NACH der Katastrophe, so daß man de facto nichts ändern kann - Opa umbringen bleibt ein frommer Wunschtraum. Einem mit relativistischer Geschwindigkeit reisenden Beobachter (Berlin) kann das freilich schnurz bleiben: Berlin bleibt der einzige Ort, dem nichts passieren kann; nichts passiert jemals "nach Berlin", es existiert in permanenter öder Gegenwart bzw. als andauerndes Ereignis ohne Ende.

PS. Das heißt aber auch, jeder Ort, der noch nicht in so eine Zeitblase gepackt wurde, wartet eigentlich nur auf seine Katastrophe! Schwebt in ständiger Gefahr! Für das relativistische Berlin hingegen ist jede Katastrophe schon passiert, sind alle anderen Orte gleich weit voneinander entfernt in ihrer Katastrophalitätskausalität. Für mich ist das übrigens ein guter Grund für einen neuen Zeitkrieg. Stoppt die irren Timelords vom Prenzlberg!

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