Direkt zum Hauptbereich

Über den Verfasser

Leo Fischer kam 1981 auf die Welt und hat es seither jeden Tag bereut. Um sich abzulenken, studierte er in Berlin und Lausanne Literatur und Philosophie. Seit 2006 ist er ständiger Mitarbeiter des Satiremagazins TITANIC, dem er von 2008 bis 2013 als Chefredakteur zu Diensten war.

Die Wochenzeitung Der Freitag lobte Fischers Arbeiten als "Dreck", als "Gegenteil von allem, was schön und gut und wahr ist". Papst Benedikt XVI. verklagte ihn wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte; der CSU-Abgeordnete Thomas Goppel wollte ihm die "Lizenz zum Schreiben" entziehen. Politisch engagiert sich Fischer im Bundesvorstand der Partei "Die PARTEI" als Bundesvorstand ohne Geschäftsbereich. 2013 und 2017 trat er als Landes-und Bundestagskandidat im Wahlkreis Frankfurt am Main II an, 2014 als Listenkandidat zur Europawahl.

Von 2009 bis 2013 war er Gastgeber der monatlichen "TITANIC Peak Preview" im Frankfurter "Club Voltaire". Daneben erschüttert er in wechselnden Formationen die Lesebühnen des Landes.

Fischer ist Kolumnist der TITANIC, der Jungle World und des Neuen Deutschland; er schreibt außerdem regelmäßig für die Satireseite der Taz. Sein erstes Buch, Generation Gefällt mir (Lappan 2012) ist eine schonungslose Abrechnung mit seiner Generation, sich selbst und überhaupt allem. Als Mitherausgeber der TITANIC-Bibel (Rowohlt Berlin 2013) betätigte er sich als Religionsstifter, als Koautor der Fröhlichen Hundegeschichten (mit Leo Riegel, Eichborn 2014) als Welpenflüsterer.


Biographie

Schmerzhafte, ja qualvolle Geburt im Münchner Klinikum rechts der Isar. Spiritisten berichten von einer Erschütterung der Macht; spontane psychokinetische Manifestationen sind noch in zwei Meilen Umkreis nachgewiesen. Der Vater ist ein einfacher Landarzt, die Mutter eine Frau. Beide trifft sie keine Schuld.

Der Geburt folgt ein längerer Kuraufenthalt auf dem Berghof in Davos. Erste Erfahrungen mit Marzipanschnecken und offenen Wendeltreppen. Wegen wachsendem Haß auf die Schweiz zieht die Familie bald ins ferne Erlangen. Meiner eben erst geborenen Schwester stecke ich Vogelbeeren in die Nase. Diverser Urlaub.

Einschulung in Regensburg, großer Jubel der örtlichen Honoratioren. Es entsteht ein Gedicht über Mückenstiche. Grauenreiche Pubertät, Ausflüge ins Homosexuellenmilieu. Dann geheime Übersiedlung nach Berlin; eine Ausbildung zum Filou steht an. Die Universität ist unfähig, mein Genie zu erkennen. Ich lerne jeden Tag ein Gedicht auswendig und kaufe im Lidl Nußschokolade. Filmklassiker, aus der Leihbücherei entnommen, sichern mir die Abendunterhaltung. Finanziell überlebe ich, indem ich meine Möbel bei Ebay verkaufe.

2004 trete ich als Gründungsmitglied der PARTEI bei. Seit dem Jahr 2006 freie Autorschaft für TITANIC, TITANIC Online und Sonja, das Frauenmagazin für Witze. Achim Greser überredet mich zum Rauchen. Immer wieder Auseinandersetzungen mit der Kirche und "denen da oben". Tablettenfrühstücke, Bahnhofstrinken, Büroschlaf. Praktikanten verweigern sich ihrer sexuellen Ausbeutung und übernehmen plötzlich leitende Aufgaben.

2008 Eintritt in den Bundesvorstand der PARTEI; seit 2009 Mitglied des Kreisvorstands Frankfurt. Gründung der Verfassungsfeindlichen Plattform (VFP), der PARTEI-Landfrauen und des oppositionellen Wahlvereins CHANCE 5000. 2010 Teilnahme am Frankfurter Kommunalwahlkampf (solide 0,01%). Für die Bundestagswahl 2013 trete ich als Direktkandidat für den Wahlkreis 183 (Frankfurt II) sowie auf der Landesliste an; ebenso für den hessischen Landtag. Für die Europawahl 2014 stand (und stehe!) ich auf Listenplatz 9.  Zur Bundestagswahl 2017 bin ich wieder als Direktkandidat aufgestellt. Anfragen von Lobbyisten bleiben bisher aus, werden aber nach wie vor berücksichtigt (alles anbieten).

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kauft nicht bei Deutschen!

Wegen Ihres November-Covers "Kauft nicht bei Deutschen" erhält die Redaktion der "Konkret" derzeit Post von der scheint's völlig entfesselten Polizei Hamburg. Den zugehörigen Leitartikel hatte damals ich verfaßt; er wird hier ungekürzt wiedergegeben.
SBD - Kauft nicht bei Deutschen!
Dieser Aufruf richtet sich an die deutsche Zivilgesellschaft, vor allem an die hiesigen Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Berufs- und Wirtschaftsverbände sowie an alle Gruppen und Personen, die sich dem Frieden™ und der guten Laune verpflichtet fühlen.Es ist der Redaktion dieser Zeitschrift zu Ohren gekommen, daß einige ihrer Leserinnen und Leser immer noch bedenkenlos Produkte und Dienstleistungen konsumieren, die auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches produziert werden. Gutgemeinte Warnkampagnen wie “Made in Germany”, die von ehemaligen Opfern Deutschlands ins Leben gerufen wurden, haben ihre Funktion weitgehend eingebüßt, werden teilweise sogar als geschmackloses Qu…

Sticks and Stones

Über die verschiedenen Formen des Beleidigtseins, nebst einer Handreichung für die Opfer unerträglicher Provokationen einerseits wie zum Selbstschutz der Provokateure andererseits


Während die Satiriker spotten, die Witzemacher witzeln und die Provokateure provozieren, sie alle also die Kunst des Ankeifens und des Giftelns verfeinern und ausdifferenzieren, schaffen sie stets auch eine Schatten-Profession, ein Spiegelbild ihrer selbst: die Empörten; umgangssprachlich: die Opfer. In der langen Geschichte der Kränkung, des Schmollens und des Beleidigtseins haben sich dabei über die Dezennien und Dezimalstellen hinweg einige Grundformen herausgebildet, die mittlerweile eine hohe Selbständigkeit erreicht haben und auch von Laien wiederholt werden können. Sie ähneln darin Figuren im Ballett, im Eiskunstlauf oder Dressurreiten: Zwar können sie miteinander kombiniert und in gewissem Grade auch variiert werden, dies aber ist weder gewünscht noch geboten; es geht um eine perfekte Perfomance, nic…

Endlich

Die Arbeit von zwei Jahren trägt endlich Früchte: Ich kann nun an sieben Punkten der Wohnung sitzender- und liegenderweis mein Handy aufladen, mit diskret vertäuten, stabil konstruierten USB-Kabeln, die nicht plötzlich kaputtgehen oder "verschwinden", "liebe" Übernachtungsgäste. Ich möchte nicht übertreiben, aber der Aufwand entsprach in etwa dem der Sixtinischen Kapelle. Kommende Generationen werden mir danken für dieses Denkmal der Bequemlichkeit.Damit ist meine Aufgabe auf Eurem Planeten erfüllt *beamt sich raus*